Biographie

Die Liebe zur Kunst

1959 das Licht der Welt erblickt in Wiesbaden, einer Stadt die mich bis heute in vielen Ecken mit ihrer Gründerzeit- und Jugendstilarchitektur begeistert. Aufgewachsen in einem sehr kunstsinnigen und intellektuellen Elternhaus. Zwischen schweren, teils kunsthistorisch bedeutenden, Ölschinken vergangener Epochen an den Wänden. Den Resten einer einst beachtlichen Kunstsammlung der Familie, die zum Großteil den Folgen des Zerstörungswahns eines aus Österreich stammenden Erfinders der deutschen Autobahn zum Opfer gefallen ist. In Zeiten ohne YouTube und die ersten Lebensjahre ohne heimisches Pantoffelkino sind die Gemälde der perfekte Ersatz für spannende Videos und ein frühkindlicher Zugang zur Welt. Der Ursprung einer lebenslangen Liebe zur Kunst, vor allem der Malerei.

Im Alter von sieben Jahren die Entdeckung einer zweiten Liebe: mit einer Agfa-Box die ersten Bilder geschossen. Bereits wenig später, der erste 6 x 9-Profi-Apparat und ein Handbelichtungsmesser. Fast zeitgleich - Dank einer ganz billigen 8 mm-Kamera aus dem Kaufhausversand - entdeckt, dass Bilder auch laufen können.

Auf Grund eines großen Herzens, bösartige Menschen würden sagen auf Grund hoher Promiskuität, dann im Alter von 17 Jahren die Entdeckung einer dritten lebenslangen großen Liebe: Durch einen pädagogisch hervorragenden Deutschlehrer entflammte die Leidenschaft für die Lyrik und das Schreiben. Zunächst als probates Mittel für ersten Liebeskummer geschätzt, wurde es recht schnell als wichtige Auseinandersetzungsform mit dem eigenen Leben und der ganzen Welt entdeckt. Erste Einzelveröffentlichungen dank großzügiger Zeitungsredakteure mit Aufgeschlossenheit für den literarischen Nachwuchs. In dieser Zeit auch Wiederentdeckung des Klavierspiels, das ich in einem bildungsbürgerlichen Elternhaus von Jung an erlernt, ab dem vierzehnten Lebensjahr aber für einige Jahre sehr vernachlässigt hatte. 

 

Erste Auftritte

Nach dem Abitur im Jahr 1978 Zivildienst in Wiesbaden und Engagement in der deutschen Friedensbewegung. In dieser Lebensphase erfolgte die Gründung der Gruppe Lyrik und Musik, mit der ich ein musikalisch-lyrisches Programm zu meinen Gedichten konzipierte. Mitwirkung als Rezitator und Pianist. Zahlreiche Konzerte, ein Fernsehauftritt und eine Schallplatte sollten in den nächsten Jahren diesem Projekt entspringen.

Studium

Ab 1980 Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Mainz. Ausflüge in die Forschung der psychoanalytischen Literaturwissenschaft mit Arbeiten zu Clemens Brentanos Emerick-Schriften und zu Bernward Vesper.

Parallel zum Studium Veröffentlichung von drei Lyrikbänden: „Der abgebrochene Steg“, „Schalloch in der Nebelwand“, „Poesiebeton oder im Allgemeinen keine Elegien“. 1985 sommerliche Lesereise durch Kärnten, Dank des österreichischen Verlags Bläschke und meines damaligen Lektors Gerhard Maierhofer.

Südwestfunk, „Kulturkalender“ 1990

Kulturredakteur und Filmemacher

Januar 1987: eines meiner Hobbys zum Beruf erhoben: Einstieg als Kulturredakteur und Filmemacher beim damaligen Südwestfunk, später Südwestrundfunk. Was mit Beiträgen und der Co-Redaktion für die Sendung „Kulturkalender“ zusammen mit meinen erfahrenen Kollegen und Moderatoren der Sendung Eberhard Schulz und Peter Voss begann, entwickelte sich zu einer äußerst intensiven und turbulenten Liaison, die bis zum Sommer 2022 über 35 Jahre lang halten sollte. Ihr entsprangen unzählige Dokumentationen mit großer Bandbreite an Themen, von Künstler- und Philosophenportraits, Filmen zu kirchlichen Zündstoffen wie Zölibat und Frauenordination, Darstellungen jüdischen Lebens in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart, Entdeckungen früher Pioniere der Filmgeschichte wie Arnold Fanck und Hermann Basler. Neben der Tätigkeit als Autor und Regisseur von Dokumentationen Senderedakteur von der Reihe „Treffpunkt“ und dem Kulturmagazin „LandesArt“.

Durch die zeitaufwendige und schweißtreibende Fernseharbeit erlahmte das Publizieren etwas, aber das Schreiben wurde nie vergessen. Neben Gedichtveröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften erschien der Lyrikband „Herrn Dudens Klagkurstisanen oder die Dichter gehen auf und ab und schweigen“. Die Kollegen vom SWF-Hörfunk begleiteten das literarische Schaffen damals mit verschiedenen längeren Sendeformaten, unter anderem einem Autorenportrait und der Sendung „Literatur auf dem Prüfstand“. 2015 erschien nach langer Publikationspause dann in der Anthologie „Gegend Entwürfe“ die Erzählung „Jerusalemblues oder: wie durch ein verstimmtes Klavier in einer Wohnung in Haifa ein Gedicht entstand, das Hilde Domin gewidmet wurde“ und der Roman „Schabbat Schalom an der Seine – Rückblende einer verpassten Liebe. 2019 wurde ich für meine literarische Arbeit mit dem mit 3000 Euro dotierten Kulturpreis des Rheingau Taunus-Kreis ausgezeichnet, der in der Sparte Literatur alle fünf Jahre vergeben wird. 2020 erschien dann mein zweiter Roman „Sommer 1934 oder wie mir der Führer meine erste Liebe ausspannte“.

 

Homestory, Boulevardeskes

Verheiratet mit der der approbierten Psychotherapeutin und Diplompsychologin Heidrun Teubner-Berg. Eine Ehe, die von Freunden und Kollegen als gutes Kostendämpfungsmodell für das Gesundheitswesen gesehen wird.

Zwei zauberhafte Kinder, die vom Vater den bösartigen Humor und die Liebe zur Kunst und Fotografie, von der Mutter die Intelligenz und die schulische Hochbegabung geerbt haben.

Mein Sohn hat sich für einen naturwissenschaftlichen Beruf entschieden. Als Diplomchemiker und Hochschulassistent forscht und lehrt er in der Kernchemie der Mainzer Universität. Meine Tochter hat sich von der Profession des Vaters nicht abschrecken lassen und ist in seine Fußstapfen getreten. Nach Bachelor- und Masterstudium im Bereich Filmwissenschaft, englische Philologie und Mediendramaturgie und einem Stipendium für die Filmklasse an der Sorbonne in Paris ist sie heute Spielfilmredakteurin und Dramaturgin bei der ARD-Tochter Degeto.

Mein privater Lebensmittelpunkt liegt seit über 35 Jahren der Rheingau, aber es gibt auch noch eine Dichterklause in der Nordwestpfalz, auch bekannt als „Pfälzisch Sibirien“. Hier, in der Waldeinsamkeit, entstanden große Teile meiner Romane.


Das meint übrigens Wikipedia zu meiner Person (man hat wohl sämtliche meiner Vornamen ausgegraben, da es den Namen Andreas Berg wie Sand am Meer gibt):
https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Georg_Berg